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Strömt Luft gegen ein Gebirge so wird die Strömung dahingehend modifiziert, dass die Strömung im Luv blockiert (blocking) bzw. horizontal abgelenkt wird (Umströmung), und/oder die Luft erfährt eine vertikale Auslenkung nach oben und überströmt das Gebirge. Weiters tendiert die Luft dazu, das Gebirge bevorzugt über dessen niedrigsten Erhebungen (Pässe) zu überströmen, was zu Kanalisierungseffekten (channeling, gap flow) führt, wie es z. B. im Wipptal über dem Brenner der Fall ist. Für das Auftreten von Wellen ist natürlich eine (zumindest partielle) Überströmung des Hindernisses erforderlich ist. D.h. es muß untersucht werden, ob in einem gegebenen Fall das Gebirge größtenteils um -oder überströmt wird. Eine Maßzahl, die beschreibt, ob die Tendenz einer Umströmung oder die einer Überströmung gegeben ist, ist die sogenannte Froude-Zahl (Durran, 1990 und Blumen, 1990) die wie folgt definiert ist Fr....Froude-Zahl U....Strömungsgeschwindigkeit [ms-1] N....Brunt-Väisälä-Frequenz [s-1] H....Hindernißhöhe [m] Vom energetischen Standpunkt aus gesehen benötigt die Luft, die ein Hindernis erreicht, eine entsprechende kinetische Energie, um entgegen der Schwerkraft aufzusteigen, und den Berg überströmen zu können. Weiters wird es der Luft erleichtert, gegenüber der Schwerkraft aufzusteigen, je weniger stabil die Luft (vom Fuß des Berges bis Gipfelniveau) geschichtet ist. Je größer die Höhe des Gebirges, desto eher versucht die Luft das Hindernis zu umströmen. Gewaltige Gebirgsmassive wie z. B der Himalaya werden großräumig umströmt. Als Hindernishöhe H ist nicht die absolute Höhe (Seehöhe über Meeresniveau), sondern die relative Höhe zu betrachten. Die relative Höhe ist im Normalfall die Erhöhung des Berges gegenüber des umliegenden Flachlandes bzw. der umliegenden Täler. Im Fall einer vorhandnen Bodeninversion (z.B. Kaltluftsee im Winter) ist die relative Höhe H gegeben durch den Höhenunterschied zwischen Kammniveau und Inversionshöhe (siehe Abb. 3.1, weiter unten). Tendiert die Luft zur Umströmung des Gebirges zu spricht man vom sogenannten subkritischen Fluss (Fr < 0). Bei einem superkritischen Fluss (Fr > 0) sind die Verhältnisse günstig, dass der Berg überströmt wird. Wie in Gl. 3.1 ersichtlich, wird das Überströmen eines Gebirges begünstigt durch
Einzelne Erhebungen in einer sonst orographisch flacheren Landschaft oder freihstehende, höhere Berggipfel werden von der auftreffenden Strömung in der Regel umströmt. Die Übergangszone von umströmender zu überströmender Luft befindet sich im Bereich des Gipfels. Bei langgestreckten Gebirgszügen (Alpen, Skandinavisches Gebirge) ist das Überströmen wesentlich stärker ausgeprägt. Ist das Gebirge luvseitig konvex gekrümmt, so wird eine Umströmung begünstigt, während bei einer konkaven Form die Luft gezwungen, das Hindernis zu überströmen.
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