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Untersuchung von Gebirgswellen durch Auswertung von Segelflug- und Radiosondendaten

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Auswertung von GPS - Segelflugdaten zur Analyse der Wellenaufwindgebiete

  5.1 Das GPS - Datenloggersystem
         5.1.1 Loggersysteme
         5.1.2 Messung des Horizontalwindes mit dem Loggersystem Zander - GP 940
         5.1.3 Die Meßfehler
  5.2 Die Datenauswertung zur Lokalisierung der Wellenaufwindgebiete aus dem Segelflugbarogramm

  5.3 Ergebnisse der Segelflugauswertung
         5.3.1 Der luvseitige Einstieg in die Welle über dem Hangaufwind
         5.3.2 Wellenklimatologie
         5.3.2 Ergebnisse vom Fall des 20.9.1999

5.1 Das GPS - Datenloggersystem

Für eine automatische Registrierung des Fluges werden Segeflugzeuge mit Datenlogger bestückt, die mit einer zeitlichen Auflösung von 1 bis 60 Sekunden (das Zeitintervall ist frei wählbar, zumeist wurde ein 4 Sekunden - Intervall eingestellt) folgende Daten aufzeichnen:

 

  • Uhrzeit
  • Geographische Länge und Breite
  • GPS-Höhe
  • Druckhöhe
  • Horizontaler Windvektor
  • Potentielle Temperatur
  •  

    Die Messung der Windgeschwindigkeit bzw. der Windrichtung, sowie der potentiellen Tempteratur erfolgt nur bei Verwendung vom sogenannten Zander - Loggersystem (Zander, 1999). Was die Berechnung der potentiellen Temperatur betrifft, so wird diese zwar ständig während des Fluges aus der Druck -und Temperaturmessung ermittelt und am Display angezeigt, aber nicht registriert, d.h. diese Daten stehen einer Auswertung (leider) nicht zur Verfügung (Zander ,1999).
    Bei den anderen verwendeten Loggergeräten (Printtechnik, Peschges, Filser) entfällt die Windaufzeichnung und Temperaturmessung.

    Die Datenaufzeichnung geschieht in folgender Form, die 1995 von der International Gliding Comission (IGC) beschlossen wurde:

    Die Uhrzeit (GPS - Time) wird als ganze Zahl angegeben:
    HHMMSS
     
    HH......Stunde
    MM......Minute
    SS......Sekunde

     

    Geographische Breite im Geodätischen System (WGS-84 - Koordinatensystem):
    GG:MM,MMM

     
    GG......Breitengrad
    MM,MMM....Minutenangabe in Dezimalschreibweise

     

    Geographische Länge im Geodätischen System (WGS-84 - Koordinatensystem):
    GGG:MM,MMM

     
    GGG......Längengrad
    MM,MMM....Minutenangabe in Dezimalschreibweise

     

    Aus dem via Drucksonde gemessenen Luftdruck wird nach der ICAO - Standardatmosphäre die Höhe abegleitet und als ganze Zahl angegeben:
    mmmm
     
    mmmm......Höhe in ganzen Meter

     

    Angabe der mittels GPS bestimmten Höhe ebenso im Format:
    mmmm
     
         
    Beispiel:
    B0444184748850N01559708EA0190901880

     

    Uhrzeit: 4 Uhr 44 Minuten 18 Sekunden
    Geographische Breite: 47° 48,850` N
    Geographische Länge: 15° 59,708` E
    Druckhöhe: 1909 msl
    GPS-Höhe: 1880 msl

     

    Für die Windinformation:
    K044421206090

     

    Uhrzeit: 4 Uhr 44 Minuten 21 Sekunden
    Windrichtung: 206°
    Windgeschwindigkeit: 90 km/h

     

    5.1.1 Loggersysteme

  • Print Technik GPS - Rekorder (Version 3.3 bis 3.6)
  • Filser LX 20
  • Peschges Variometer
  • Zander GP 940 (Version 1.24)
  •  

    Wie bereits oben erwähnt, verfügt bei den hier geannanten Loggersystemen nur der Flugdatenrekorder ZANDER GP 940 über eine Windmessung, die nun erläutert werden soll.

     

    5.1.2 Messung des Horizontalwindes mit dem Loggersystem Zander - GP 940

     

     

    GS........ Ground Speed ("Ground Speed - Vektor")
    TAS.......True Air Speed ("True Air Speed - Vektor")
    V............Vektor des Horiozontalwindes

     

    Wie aus dem Winddreieck ersichtlich, so muß zur Bestimmung des Horizontalwindes die Ground Speed (Geschwindigkeit des Flugzeuges gegenüber Grund) und die True Air Speed (Geschwindigkeit des Flugzeuges gegenüber der Luft) bekannt sein.

    Die Ground Speed erhält man aus der Differenz der geogr. Koordinaten gemessen zu zwei Zeitpunkten t1 und t2. Aus der durch Staudruckmessung gewonnenen Geschwindigkeit des Flugzeuges gegenüber der Luft, die Indicated Air Speed (angezeigte Fahrt = Fahrtmesseranzeige), muß diese noch mit einer entsprechenden Dichtekorrektur versehen werden. Um den Betrag der wahren horizontalen Geschwindigkeit des Segelflugzeuges gegenüber der Luft, die True Air Speed, berechnen zu können, wird folgende Korrektur vorgenommen:

     

     

    Die Richtung des TAS - Vektors ist durch das Heading, der Steuerkurs des Flugzeuges, gegeben.

    Zur Optimierung der Meßgenauigkeit ist es vonnöten, vor dem Start eine genaue Kompaßeinstellung und Loggerkalibrierung vorzunehmen. Die von den Bordinstrumenten verursachten störenden (magnetischen) Einflüsse auf die Kompaßnadel bringen eine Deviation mit sich, die durch Eichvorgänge vor dem Start auf ein Minimum beschränkt werden muß.

     

    5.1.3 Die Meßfehler

    Die Meßungenauigkeiten beziehen sich einerseits auf Satellitenfehler (geographische Koordinaten, Uhrzeit, GPS-Höhe) und andererseits auf die Windregistrierung, sowie auf die Temperaturmessung.

    Die GPS - Postionsungenauigkeit liegt bei 0,25 Winkelsekunden, das entspricht etwa 10 m. Die GPS-Position wird aber künstlich auf 100m verrauscht. Mittels dGPS (Differential-GPS) kann eine Optimierung der Genauigkeit bis in den cm - Bereich erreicht werden.
    Aufgrund der künstlichen GPS - Datenmanipulation ist die angegebene GPS - Höhe unbrauchbar, wodurch weiterhin die Messung der Druckhöhe (mittels Drucksonde) Grundlage der Höhenbestimmung ist.

    Bezüglich der Windmessung können nach Pilotenangaben bei guter Kalibrierung (Kompaßdeviation) folgende Meßfehler angenommen werden:

     

    Windrichtung: < 10°       Windgeschwindigkeit: < 10%

     

    Die Genauigkeit der Höhenbestimmung ist gegeben durch die Genauigkeit der Druckmessung mit der Drucksonde, dessen absoluter Fehler bei + 0,1 hPa liegt.


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                  Inhaltsverzeichnis

                  4.4 Einschränkungen und Anwendungen

                  5.2 Die Datenauswertung zur Lokalisierung der Wellenaufwindgebiete aus dem Segelflugbarogramm
      
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